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Lehrreiche WM 2026

  • vor 20 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

1. September 2026


Manchmal steckt in einem 7. Rang der grösste Gewinn

Die Weltmeisterschaften in Amsterdam sind vorbei. Es war ein grossartiger Event mit vielen Zuschauern und einer beeindruckenden Stimmung. Auch wenn wir unser Ziel nicht ganz erreicht haben, blicke ich mit viel Zuversicht und grossem Hunger darauf zurück, noch stärker zu werden.


Wir sind mit einem klaren Ziel nach Amsterdam gereist: Am Tag X wollten wir unser bestes Rennen leben und unsere Leistung genau dann abrufen, wenn es zählt. Das ist uns im B-Final gelungen, mit einer suoer Zeit. Leider lief das Halbfinal nicht nach Plan, sodass wir den Einzug in den A-Final knapp verpassten. Gleichzeitig nehme ich aus dieser WM unglaublich viel mit, vielleicht sogar Dinge, die für unseren Weg Richtung Los Angeles 2028 wichtiger sein werden als ein einzelnes Resultat.


Sieg im B-Final und theoretische Olympia Qualifikation

Nach einem knappen vierten Rang im Halbfinal war klar: Das bestmögliche Resultat konnte nun «nur» noch Rang 7 sein. Also haben wir genau das gemacht. Wir gewannen das B Final und beendeten die Weltmeisterschaften als siebtschnellster Doppelvierer der Welt. Rein theoretisch wäre das die Olympiaqualifikation gewesen. Nächstes Jahr an den Weltmeisterschaften 2027 bei uns zu Hause in Luzern werden sich die sieben schnellsten Doppelvierer direkt für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles qualifizieren.


Viel wichtiger als unser Rang war für uns die Frage: Warum hat es im Halbfinal «nur» für ein gutes und nicht für unser bestes Rennen gereicht?


Nach dem Halbfinal sind wir vier Athletinnen am Abend zusammengesessen. Zwei Stunden lang. Wir haben das Rennen nicht einfach abgehakt, sondern ganz genau hingeschaut.


Wie habe ich mich in den 24 Stunden vor dem Rennen gefühlt? Welche Gedanken hatte ich? Wie hoch war meine Nervosität? Was ist in meinem Kopf passiert, als wir im Rennen nicht von Beginn an vorne lagen? Jede von uns hat sich diesen Fragen ehrlich gestellt und ihre Wahrnehmung mit den anderen geteilt.


Diese zwei Stunden waren für mich unglaublich wertvoll. Wir haben nicht nur unser Rennen besser verstanden, sondern vor allem uns gegenseitig. Denn genau darin liegt eine der grossen Herausforderungen in einem Doppelvierer.


Ich persönlich war vor dem Halbfinal extrem klar im Kopf. Ich liebe Halbfinals sogar ein bisschen. Der Druck ist hoch und die Ausgangslage glasklar: Top 3 oder kein A Final. Genau solche Situationen reizen mich.


Aber in einem Doppelvierer sitzen vier Athletinnen im Boot und es braucht von jeder Einzelnen an diesem einen Tag 100 Prozent. Auf unserem Niveau können zwei oder drei negative Gedanken, ein Moment des Zweifelns oder etwas zu viel Nervosität genau die eine Sekunde kosten, die am Ende fehlt.


Und genau das ist Teamsport. Wir gewinnen zusammen und wir verlieren zusammen.


Gemeinsam durften wir wenige Wochen zuvor den Europameistertitel feiern. Und gemeinsam mussten wir in Amsterdam akzeptieren, dass uns das Ticket für den A Final knapp entglitten ist. Entscheidend ist für mich, dass wir gerade in solchen Momenten nicht wegschauen oder nach Ausreden suchen. Wir schauen hin, sprechen darüber und lernen daraus.


Danke, für ALLES.


Hier noch ein paar Bilder und Eindrücke von diesem goldigen Moment:



 
 
 

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